Kaffee mit ‚Atelier de Patchwork‘ in Ferrette, Frankreich

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Bonjour! Das ist das Studio unserer Quiltgruppe. Ich bin Agnès, und das ist Michèle. Hier in diesem Raum arbeiten wir zusammen!

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Guten Abend! Was für eine nette Gruppe! Wir gründeten unsere Quiltgruppe vor genau 20 Jahren. Heute sind wir etwa 60 bis 65 Frauen. Wir machen jeden Stich von Hand. Das gibt uns die Möglichkeit, zu reden und viel zu lachen. Hier wurden auch schon viele Probleme gelöst…

Das sind aber viele Frauen in einer Gruppe! Ferrette ist eine kleine Stadt mit etwa 800 Einwohnern. Etwa die Hälfte der Frauen arbeiten auswärts aber die anderen bleiben zu Hause oft ohne Auto. Da die Gruppe gross wurde, mussten wir sie in 4 kleinere Gruppen aufteilen. So haben nun alle die Gelegenheit, eine perfekte Gruppe zu finden. Anfänger und Könner arbeiten am selben Tisch.

Wir teilen unsere Räume mit anderen Gruppen. An einigen Tagen pro Woche lernen in den selben Räumen Flüchtlingskinder die französische Sprache. Ihre Namen seht ihr hier an der Wand.

Wir müssen nach unserer Nähzeit aufräumen und Platz für sie machen, und das machen wir gerne. Wir heissen Flüchtlinge in unserer Gemeinde willkommen und wir sind stolz darauf, dass es in Ferrette soziales Engagement gibt.

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Ich sehe, dass viele von euch sich sticken und applizieren.
Wir lieben Stickerei und Appliqué! Es gibt dem Patchwork eine zusätzliche Note. Wenn Handquilting hinzugefügt wird, sieht das wunderbar aus:

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Könnt ihr uns schon sagen, wann und wo die nächste Ausstellung sein wird? Bitte habt etwas Geduld, wir werden euch in ein paar Tagen die genauen Daten mitteilen!

Unser Team freut sich auf Ihren Besuch!

Astrid

Ps: Ich habe gehört, dass die Patchwork-Ausstellungen in Ferrette zu den schönsten Ausstellungen in Europa gehören!

Kaffee mit Vreni

„Was für eine schöne Überraschung! Kommt herein!“

Vreni begrüsst uns in ihrem Atelier. Sie arbeitet fast jeden Tag an ihren Projekten.

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Vreni, wann hast du mit dem Quilten begonnen?
Vor etwa 25 bis 30 Jahren ging ich an einem Geschäft in Basel vorbei. Sobald ich eintrat, hatte ich das Gefühl, dass dies das perfekte Hobby für mich war.
Ich besuchte eine Klasse mit Karin und machte dort meine erste Decke.

Wie ist sie herausgekommen?
Meine erste Decke war für unser Schlafzimmer und in grün, rosa und braun. Ich mochte sie zu sehr. Deshalb habe ich sie einige Jahre später aufgetrennt und daraus eine kleine Steppdecke für meine Katze gemacht. Und was für eine Überraschung: Meine Katze war wirklich glücklich damit (C&C Kunden wissen: Katzen lieben Quilts)!

Wann hast du Cotton & Color entdeckt?
Ich war auf dem Rückweg nach Hause mit dem Tram, als ich sah, dass an einem Gartenzaun ein Schild für den Laden hang. Ich sagte meinem Mann sofort, dass ich dorthin gehen muss! Ich erinnere mich noch an deine Tochter Ida, sie war damals 3 Jahre alt. Ich mochte das Geschäft, denn es war klein, aber gemütlich.

Wer sind deine Lieblings-Designer?
Als ich anfing, kannte ich Amish, Debbie Mumm und Thimbleberries. Heute mag ich den Country-Stil, wie Lynette Anderson und die nordischen Farben von Tilda. Ich wirklich interessiere mich nicht wirklich für modernes Patchwork.

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Ich habe gehört, du hast eine besondere Tradition, wenn du Quiltest!
Wenn ich eine Decke beende, verwende ich immer die Fetzen, um eine zur Decke passende Tasche zu machen. So hat sie ihre eigene „Heimat“ (und ist noch einfacher zu versorgen). Es ist auch schön, die Resten sie als Kissenbezüge zu verwenden.
IMG_4665Dauernd fragt mich jemand: „Was machst du mit all diesen grossen Quilts?“ Ich muss gestehen, dass ich nicht gerne kleine handgefertigte Sachen mache! Sie machen mich nervös!

Was ist deine Lieblings-Nähtechnik?
Ich nähe hauptsächlich mit der Maschine, aber ich versuche immer, mit dem Handnähen noch eine persönliche Note hinzu zu fügen.

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Was kannst du uns über deine anderen Hobbies erzählen?
Ich geniesse die Stickerei von Zeit zu Zeit. Ich habe auch die Gewohnheit zu dekorieren: viermal im Jahr, „verkleide“ ich mein Haus passend zur Saison. Wenn du im Dezember wiederkommst, findest du mein Haus voller Weihnachtssteppdecken, Kerzen und Nissen (kleine Zwerge aus Dänemark). Manchmal mache ich ein Open House und jeder ist willkommen, einen Blick hinein zu werfen!

Und was ist mit deinem Mann, hilft er dir gerne mit den Dekorationen?
Eigentlich geniesst er es wirklich! Ich stelle immer sicher, dass er etwas Platz hat, um zu entkommen … Ich besetze bereits 90 Prozent unseres Raumes.

Liegt Kreativität und Patchwork in der Familie?
Mein Bruder ist Maler. Meine Zwillingsschwester Denise liebt es zu quilten. Ihre Tochter Pia, die jetzt in Salt Lake City lebt, arbeitet als Innenarchitektin und ist sehr begabt! Pia nahm eine alte Schweizer Nähmaschine mit.

Welche Patchwork-Projekte planst du gerade?
Schau dir dieses Buch an. Ich möchte diese kleine Puppe machen! Wenn ich zu unserer Hütte in Dänemark gehe, nimm ich mir diese Steppdecke mit, um sie dort zu fertig zu stellen.

Wir können es kaum erwarten, die Weihnachtsdekoration zu sehen!

Astrid

Kaffee mit Edda

Heute haben wir zu Edda, eine unserer liebsten Quilterinnen, besucht, um einen Kaffee zu trinken (eine Tradition, die hier in Cotton & Color nie zu kurz gekommen ist) und über ihre Leidenschaft zum Nähen und Quilten zu sprechen!

Was war deine Arbeit vor dem Ruhestand? Ich arbeitete in einer Apotheke!

Wie haben Sie das Quilten entdeckt? Damals befand sich der Laden „Cotton & Color“ ganz in der Nähe meiner Straße! Ich hatte immer viel Spaß beim Auswählen und Besuch von Astrids Geschäft!

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Wie lange machst du es schon? Ich entdeckte es vor 18 Jahren. Ich hatte mich schon davor für Handarbeit und kreative Projekte interessiert. Davor war mein Hobby Pozellan-Malerei.

Quilten schien das „perfekte“ Hobby zu sein, da ich es liebte, meine Kleider zu nähen und sie in meinem Studio auszustellen!

Erinnerst du dich an deine erste Decke? Wie kam es dazu? Meine erste Decke war eine von Kaffe Fassett inspirierte, venezianische Decke. Ich liebte sie!

Meine zweite Decke wurde von Astrid an einer Messe ausgestellt. Ich war so stolz!

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Und deine Familie? Ich habe einen Sohn, der in Basel lebt. Meine Tochter lebt in Zürich und arbeitet mit Glas … sie hat ihre Kreativität vermutlich von mir (denke ich zumindest!)

Leider habe ich vor 6 Jahren meinen Mann verloren. Es war eine schwierige Zeit und glücklicherweise konnte ich mich auf meine Freunde verlassen, die ich durch meine, von Astrid organisierte, Quiltgruppe kennengelernt habe.

Wie lautet der Name deiner Quiltgruppe? Wir nennen uns „Regio Quilters“: Wir leben alle in der Nähe der Grenze zu Deutschland, so dass einige von uns Deutsch sind.

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Was macht ihr alles zusammen? Neben dem Quilten veranstalten wir gemeinsame Abendessen und haben viel Spaß! Dieses Jahr habe ich mit zwei von ihnen zwei Wochen in der Nordsee Urlaub gemacht. Was für ein wunderschöner Urlaub!
Ich habe auch eine andere Quiltgruppe, die ich an den Wochenenden treffe.

Was sind deine Pläne für die Zukunft, in Bezug auf Patchwork? Bis jetzt habe ich viele große Quilts. Nun, ich würde gerne kleine und lustige Patchworks herstellen, um sie an Freunde und Familie zu verschenken.
Ich bin wirklich begeistert: mein Enkel wird im September geboren und das gibt mir die Gelegenheit, mich auf neue Projekte zu stürzen!

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Ich bin auch auf Instagram und Facebook. Ich kann meine Kreationen teilen und beobachten, was alle meine Freunde so machen. So lustig!

Wie hilft dir Quilten in schlechten Tagen? Ich habe von einer Freundin das „Stress-Quilten“ gelernt. Es gibt keinen anderen besseren Weg, um alle schlechten Gedanken zu vergessen als mit Steppen!

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Und schließlich, kannst du uns noch deine Lieblings-Decke zeigen?

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Wir hoffen, euch hat unser ersten Interview gefallen!

Bis bald!

Astrid & Edda